Eine Bar in warm gefärbtem Licht, Chillout-Zone mit plüschigen Sesseln, gute
Versorgung an der Getränkefront - vorrangig aus bizarr geformten Flaschen.
Trotzdem fehlt da was für die perfekte Mitternachtsstimmung.
"A fabulous midnight anywhere" verspricht die fünfte CD der Serie "Luxury House".
Die Mixes dieser Reihe leisteten auch schon ihre Beiträge für ein "lovely weekend in Paris", ein "exciting sunset in Miami" ein "glamorous weekend in Milano" oder eine "exciting vacation on San Andrés Island".
Diesmal wurde der Dance-Mix von "DJ Jérome" alias Marco Hauch zusammengestellt. Der sympathische DJ ist seit 1995 in den Clubs in Deutschland und dem angrenzenden Ausland zuhause, hatte aber auch schon Residencies im Luxemburger "Conquest" und der "Eukalounge" auf Ibiza.
Neben seinem eigenen project remix "my destiny", den er zusammen mit seinem
Weggefährten "Taste T." aufgenommen hat, präsentiert er unter anderem das Duo "Pashka" mit dem trentemoeller rmx "island breece", der bereits auf der vielbeachteten "Pioneer Pro DJ"-Scheibe erschienen war, und den deutschen Beitrag zur internationalen Superproduzentenclique "Mongoloids" Ian Pooley mit "searchin".
Dem angesagten Vito Lucente alias "Junior Jack" wird mit "stupidisco", das bereits auf den Vinyls "Da Hype" und "Trust it!" zu hören war, ein Ehrenplatz eingeräumt, der aber vom längsten Titel der CD, den "afrodynamix" von "DJ Prom", mit über zehn Minuten noch übertroffen wird.
Insgesamt kommt "For a fabulous midnight anywhere" mit weniger Jazzelementen
daher wie ihre Vorgänger, dafür mixt sie gekonnt klassische und poppige Elemente und verzichtet auf unnötige technische Spielereien.
Beeindruckend der ruhige Einstieg mit "Jérome vs. Taste T.", der dem veränderten Zeitgefühl der Zuhörer beim echten Housegenuss deutlich Rechnung trägt. Über die gesamten eineinviertel Stunden bleiben die Tunes abwechslungsreich und auch bei mehrmaligem Hören spannend - einen wichtigen Beitrag zu dieser Unverbräuchlichkeit leisten instrumentelle Geistesblitze wie die folkartig eingestreuten Geigen bei Dan Marianos "Good morning Paris" oder die rhythmischen und stilistischen Experimente bei Timo di Roys "b.e.w.a.r.e. of my love".
Was an "Luxury House #5" besonders ins Ohr sticht, ist der durchgängig geführte Spannungsbogen und die stilsichere Zusammenstellung der Tracks, die sich wegen ihrer clubbigen House Grooves, die immer auch ein wenig relaxed angehaucht sind, sowohl für Dancepartys, als auch gediegene Clubs oder das Chillen daheim eignet: Fetter Feelgood-Sound vom Feinsten.
Also noch mal: Eine Bar in warm gefärbtem Licht, Chillout-Zone mit plüschigen Sesseln, gute Versorgung an der Getränkefront und die "Luxury House for a fabulous midnight anywhere".