Jean F. Cochois aka The Timewriter, seit seinen frühen Internatschultagen musikalisch aktiv, ist einer der ungewöhnlichsten House-Produzenten Deutschlands. Mit seinem ersten Album, dem 1996 erschienenen "Letters From The Jester", das direkt auf seine erste Singlerelease namens "Did My Time" folgte, legte er ein unglaubliches Debüt hin. Mit seinem einzigartigen Produktionsstyle, der die Tugenden von House mit der Energie von Techno paarte, was später als Techhouse Furore machen sollte, elektrisierte er nicht nur die Musikpresse, sondern zog auch die Hörerschaft in seinen Bann. Da er gefühlvoll, elegant und absolut gekonnt die Limitationen und Barrieren einzelner Subgenres überwindet, ist es so gut wie unmöglich (und eigentlich auch gar nicht nötig), den The Timewriter, der nun schon auf vier Alben, zahlreiche Singles auf Labels wie Plastic City, Mole Listening Pearls, Elektrolux, Wave Music, Driftwood und Fiji und Remixaufträge für z.B. Ex-Kraftwerk Mitglied Wolfgang Flür a.k.a. Yamo, Mike Oldfield, Yello, Faithless und Boy George zurückblicken kann, zu kategorisieren und labeln.
Mit seinem zweiten Album "Jigsaw Pieces", erforschte The Timewriter meisterhaft kompositorische Elemente wie Rhythmus, Melodik, Instrumentation, Tempo, Textur, und Kontrast, was seine expertenhaften Fähigkeiten und sein tiefgrundiges Wissen unter Beweis stellt, und fügt sie geschickt und voller Freude am gekonnten Verweben zu einem großen Bild zusammen, dessen Leinwand er in den schönsten Farben bemalt. Tiefgründig, weit, räumlich, zart, üppig, melancholisch und gleichzeitig doch mehr als erhebend, vielschichtig und instrumental, atmosphätisch und angereichert mit Sweeps, Samples und unglaublich schön eingebrachten Vocals, mutiert dieses Album dank seiner erstgemeinten Ehrlichkeit mühelos zum Alltime-Favourite.
Wegen der großen Nachfrage wird das mittlerweile vergriffene Album "Jigsaw Pieces", welches ursprünglich 1998 veröffentlicht wurde, als "Special Edition CD" mit einem Bonustitel wieder neu aufgelegt. Eine bezaubernde Kollektion von "echtem Soul des 21. Jahrhunderts, frei von Klischees und voll von Magie", wie das englische "Muzik Magazine" befand, das tiefsinnige Gefühle der geistigen Tiefe und grenzenlose Schönheit ausstrahlt, und somit alle anspruchsvollen Liebhaber von Deep-Vector-House ansprechen.
Ob man die einzelnen Tracks oder das gesamte Oeuvre in Aufeinanderfolge genießt, schwerelos durch die ausgedrückten Gefühle fliegend, niemals verliert "Jigsaw Pieces" seinen Touch. Die Tracks, die von tiefem, räumlichem House ("Almost Lost") über tief wumpernden Midtempo-Techouse ("Sunset Walkin'") bis zu gefühlvoll gelayerten und geschickt zusammengefügten Intrumentals reichen, die Elemente von Acidhouse mit epischem Exklektizismus kombinieren ("Deliver Me") reichen, bewegen sich mühelos durch Raum und Zeit und enthüllen dabei poetische Landschaften, die jeden Gefühlszustand bereichern.
Indem The Timewriter die verschiedenen Subkategorien von House - Deep, Progressive, Soulful und Uplifting -, die Energie des Techno, Momente der klassischen Musik und Elemente des Ambient , die miteinander verschmelzen lässt, begeht er neue Wege jenseits von kategorisierbaren Standards und begibt sich auf sehr persönliche Art und Weise in sehr universell klingende Sphären. Melodisch und bedeutsam, sind seine Songs angefüllt mit einer undogmatischen, vom Herzen kommenden Spiritualität - echtem "Feeling". Zugänglich und erhebend faszinieren die sechzehn Tracks der CD vom Anfang bis zum Ende und entspannen und beflügeln zugleich Körper, Geist und Seele, was sowohl Tänzer als auch Zuhausehörer zufriedenstellt.