Seit dem Release der ersten Kassette auf dem Kölner Traditionslabel Entenpfuhl 1993 gewährt Jo Zimmermann aka Schlammpeitziger einem internationalen Publikum Einblicke in seinen privaten Kosmos. Der Musiker, Zeichner und Erfinder nicht enden wollender Songtitel mit dem derben, wiewohl feinsinnigen Humor hat seit nunmehr 15 Jahren einen unverwechselbaren Stil geprägt. Mit dem jetzt vorliegenden neuen Album demonstriert diese kölnische Institution, wie man sich weiter entwickelt und gleichzeitig selbst treu bleibt. Schlammpeitziger entdeckt auf "Schwingstelle für Rauschabzug" die tiefen Frequenzen und die pulsierenden Beats. Und auf einmal hat der typische Schlammpeitziger-Stil der beredsamen, sich scheinbar verselbständigenden Melodielinien und quirligen Rhythmen einen ganz neuen Sog hinzugewonnen. Mit diesem Album pulsiert Jo Zimmermann seine Zuhörer und sicher auch sich selbst in Hypnose.
Diese neue Qualität macht etwas Erstaunliches mit Schlammpeitzigers Musik: sie bleibt freundlich und verspult, gewinnt aber an Ernsthaftigkeit und Tiefe. Und Körperlichkeit. Wo wir bisher gerne mit den Köpfen genickt haben, ist uns nun eher nach Beckenbodengymnastik. Und bei allen subsonischen Kirmesbässen und die Lachmuskeln reizenden Casiolinien hält jeder Track eine zweite und auch dritte Ebene für uns bereits, die der Entdeckung harren. Jo Zimmermann jubelt uns seinen musikalischen Tiefgang mit einer Leichtigkeit unter, dass es nur so eine Freude ist.