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Tracklisting
1. The State Of Change
2. Late Bloomers
3. Unfulfilled
4. Are U Naked?
5. Belly Dancing (Album Version)
6. Sea of Sand (Album Version)
7. Persona Non Grata
8. Seagull
9. Moody Samba
10. 2 Birds One Stoned
11. Planetarium
12. Last Frequency
Late Bloomers... Spätentwickler also; eine recht bodenständige Selbsteinschätzung des Israelis Guy Gerber, der seine Produktionen immerhin schon seit 2002 veröffentlicht. Nun ist es schwer, sich hierzu eine (vor allem aus Labelsicht) objektive Meinung zu bilden. Muss ein talentierter Artist schneller seinen Durchbruch schaffen? Oder sind fünf Jahre Entwicklungszeit seit der ersten Veröffentlichung im Vergleich zu manch anderem gar zu kurz? Wie auch immer er sich im Zeitplan der Künstlerwerdung sieht, für uns ist Guy Gerber DER Newcomer des letzten Jahres schlechthin, ganz gleich ob nun fünf Jahre Anlaufzeit das Prädikat "Neu" verdienen oder nicht - was zählt, ist seine unglaubliche Präsenz in Sound und Stil und eine musikalische Aura, die klingt, als sitzen hier 15 Jahre Erfahrung hinter den Mischpultreglern! Und in diesem Bereich ist "Late Bloomers" ein eindrucksvolles Zeugnis von Talent und Gespür und wohl das, was man als "Techno im Jahre 2007" bezeichnen darf. Schon mit den ersten Stücken auf "Late Bloomers" macht Gerber klar, was hier Masse ist. Großes Kino nennt man sowas gemeinheim und in manchen Gegenden Deutschlands dürfte schon jetzt klar sein, wo der Bartel den Most holt. Und auch mutig ist er, der Herr Gerber. Nicht nur, dass er wie fast kein anderer House, Techno und Trance vermischt, nein, er produziert auch noch ohne Bedenken mit Akkordeon-Sounds oder Basslines, die nach Queens "Another One Bites The Dust" ("Unfulfilled") klingen. Aber dennoch ist dies alles "nur" Vorgeplänkel, denn der erste richtige Höhepunkt der CD kommt ab Track 5 mit Gerbers letzter Cocoon-12" "Belly Dancing", sofort gefolgt von "Sea of Sand", dem großen Hit des letzten Jahres, der sowohl bei House- wie auch Techno-DJs in fast keinem Set fehlte. Gerber arrangiert die Reihenfolge seiner Lieder wie ein DJ sein Set im Club. Er legt sich die tanzende Masse zurecht, startet mit einem eindrucksvollen Opening und vorbereitenden Tracks, die es verstehen, die noch kommenden Höhepunkte nicht vorwegzunehmen. Dann folgt die Primtetime mit den beiden Knallern im Doppelpack, denen sich spätestens jetzt keiner mehr entziehen kann. Wer vorher nur mitwippte und an der Bar stand, muss jetzt auf die Tanzfläche und wild mit den Händen rudern! Danach kann der DJ mit den Leuten machen, was er will und sie richtig wegschicken. Und genau das macht Gerber im zweiten Teil seiner CD und beweist mit "Persona Non Grata" auch noch mächtig Nerven. Sicher ist Guy Gerber nicht der einzige Artist, der auf einem Techno- oder House-Album auch ruhigere Klänge anschlägt aber "Persona Non Grata" ist dennoch überraschend. Einflüsse aus World Music, R&B und extremer Dub-Alarm machen "Persona Non Grata" nicht nur zu einer akustischen Verschnaufpause, sondern zu einem der Höhepunkte des Albums.