Sowohl die heute noch zum festen DJ-Koffer-
Inventar zählende Debüt-Maxi "Soopertrack" (2005)
auf Border Community als auch die 'Titelheld EP'
(2006) und das Album "Schöne Neue Extrawelt" aus
dem Jahr 2008 (Album des Jahres Groove, Raveline
etc.) welche zu den meistverkauften
Veröffentlichungen auf Cocoon Recordings zählen,
katapultierten die beiden für ihre exzessiven Live-
Auftritte bekannten Hamburger Arne Schaffhausen
und Wayan Raabe auch endgültig in die Riege der
Stil prägendsten Techno-Protagonisten der 2000er
Jahre. "Wir wollen keinen feigen Zeitgeist-Techno,
sondern uns etwas trauen. Sonnenaufgangs-
Szenario, Energie, Revolution und Kaputtheit, all
das sind Teile der Extrawelt", sagten die beiden
Musiker damals und dieses künstlerische Credo gilt
mit gleicher Berechtigung auch für das mit
Spannung erwartete zweite Extrawelt-Album. 'Wir
haben uns Zeit gelassen und die Stücke gesammelt,
die uns besonders berührt haben, egal ob
clubkompatibel oder nicht. Außerdem wollten wir
uns möglichst nicht wiederholen, sondern ein
eigenständiges zweites Album basteln.' Das ist den
beiden ohne Zweifel gelungen! Hier nun über die
einzelnen Tracks zu schreiben macht wenig Sinn.
Nur soviel: Jeder Track ist einzigartig. Und trotzdem
steckt überall das drin was draufsteht: Extrawelt.
Die Vielfalt und gleichzeitig die Einigkeit der
unterschiedlichsten Töne, das liebevolle
Arrangement, diese Detailverliebtheit lässt sich nur
als großes, sonisches Kino beschreiben! Es ist
wieder der beherzt mutige Griff in die volle
klangliche Wundertüte moderner elektronischer
Musik, die aus "In Aufruhr" viel mehr macht als
bloßes Dancefloor-Entertainment. Das Spektrum der
musikalischen Einflüsse hat sich nochmals deutlich
erweitert, verschiedenste Stile der elektronischen
Musik verbinden sich nahtlos mit dem klassischen
Extrawelt-Spirit. Hier wird nicht vermeintlichem
Klang-Zeitgeist hinterher gehechelt, sondern mit nie
ermüdender akustischer Vorstellungskraft nichts
mehr und nichts weniger als eine neue Welt
erschaffen, die auch nach dem tausendsten
Hörgenuss neue Facetten eröffnet. Man sollte ja mit
Superlativen durchaus vorsichtig umgehen, aber
genau so hören sich Meisterwerke an!