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Künstler: |
Various Artists |
| Titel: |
Famous When Dead 3 |
| Label: |
Playhouse
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| Genre: |
Tech-House |
| Bestell-Nr.: |
playcd09 |
| Format: |
CD |
| VÖ-Datum: |
2009-04-14 |
| Preis: |
14.95 €
(ca. 20.18
$)
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Tracklisting

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Das Gefühl der Gewissheit -- Nicht schwarz. Nicht weiß. Schwarzweiß, wie die Steckbriefe im Wilden Westen waren und die Konzertplakate in Nashville, Tennessee, womöglich noch sind, schaut uns das Cover der dritten "Famous When Dead"-Compilation an. Hinter dem Cover, wir müssen nicht lange fahnden, finden wir die neueste Playhouse-Platte im Albumformat und darauf House. Im Westen Gott sei Dank nichts Neues, kein Country aus Offenbach oder so. Die Optik der "Famous When Dead 3"-Hülle ist Spielerei, vielleicht hatte Robert Johnson die Idee dazu. Die beiden Vorgänger-Alben steckten in souveränem Schwarz und edlem Weiß, Farben, die einerseits gut korrespondieren mit dem Playhouse-Sound. Und doch die Klangfarben der Playhouse-Veröffentlichungen unzureichend abbilden. Playhouse ist nicht schwarz, nicht weiß. Es ist das ganze Spektrum dazwischen. Wer die elf (auf CD) oder zwölf (auf Vinyl) Stücke auf "Famous When Dead 3" gehört hat, hat elf oder zwölf Facetten von House-Musik gehört und kann sich dann fragen, wie das Platz hat unter diesem einen feinen Label. Was verbindet die Stücke? Was haben Losouls finster dräuender Remix von International Ponys "Leaving Home", die Disco-Orgel von Gloves "Wunderbar", das stahlblau schwingende "Faux Obsolete" von John Tejada & Arian Leviste, Roman Flügels (als Acid Test) Reise zum Regenbogen "Test One" miteinander zu tun? Wann wird aus House Playhouse? Eine einfache Antwort darauf ist: Wenn er den Label-Machern Ata, Heiko M/S/O, Jörn Elling Wuttke und Roman Flügel gefällt. Was die Inhalte der Musik betrifft, fällt eine Antwort nicht ganz so leicht. Die Gemeinsamkeiten der Stücke auf "Famous When Dead 3" liegen weniger in der technischen Seite der Produktion. Da der Future-Swing von Isolée, der in "Can't Sleep All Night" so lange gebrochene und gerade Beats, Fiepser und Vocals verschraubt, bis der Track irgendwann quasi explodiert. Hier Villalobos' Sommerhit "Easy Lee", der eingängig ist und gleichzeitig komplex wie eine Rumpelkammer voll vergessener Töne. Melchior Productions liefert mit "Let's Go Deep" den immer wieder erstaunlichen Beweis, wie zwingend konstante Wiederholung beim Grundbeat sein kann und wie spannend geringfügige Veränderungen bei der Ausschmückung. Ähnlich funktionieren Rework. Wie zackig in "You're So Just Just" die Drums einsetzen, illustriert ihre typische Strenge. Wie tief ihr Bass erdet, erstaunt. Zuckersüß dagegen der Vocoder-Sound von "No Under On The Ground" von den Visitors. Der geckige Groove von Captain Comatose in "$100", der in einer schrägen Revue ebenso zünden dürfte wie im Club. Dann ist da noch ein verquertes, in der Form fast aufgelöstes Stück: "Inside The Freakbox" von Spektrum ist Freestyle, ein House-Bastard. Das Atmosphärische ist es, was die Compilation zusammenhält. Playhouse klingt in allen seinen Facetten und Farben souverän und edel. Mit Stil. Egal ob eine Platte rockt oder lieber schmusen will. Wir hören die Qualität, hören, dass Produzenten mit Hingabe lange gebastelt haben. Da gibt es keine Effekthascherei, nichts ist überhastet, alles wirkt abgewogen. Playhouse-Platten wollen gut klingen und sie schaffen es, uns das Gefühl der Gewissheit zu vermitteln, dass es tatsächlich gut ist, selbst wenn ein Stück nicht hundertprozentig gefällt. Wir setzen uns auf die Couch und merken: Die Tracks sind so schlau gestrickt, dass sie auch nach häufigem Hören kaum langweilig werden - und das, obwohl wir schon im Club oft dazu getanzt haben. Dass sie tanzbar sind, versteht sich, ist ja essentiell. Wo Playhouse drauf steht, muss schließlich House drin sein. Und dass sich "Famous When Dead 3" noch immer frisch anhört, obwohl manch ein Stück schon ein Jahr alt ist, ist ebenfalls essentiell. Die Retrospektive muss sich im Hier und Jetzt behaupten. Ein Label, das bittersüße Songs wie »Say Goodbye« von Khan und Julee Cruise, die umarmende Schlussnummer des Albums, veröffentlicht, hat dabei schon einen Vorteil. Ein Label, das keinen Moden hinterher rennt und einen eigenen Stil sucht und pflegt, auch. Playhouse gilt als eines der wichtigsten House-Labels im Land, auch weil es stets unter dem Aspekt Tanzbarkeit neue Sounds und Strukturen integrieren will. Innovativ sein will. Und also wird auch der Klangfarbenkatalog von Playhouse größer und bunter, zwischen schwarz und weiß.
(Stephan Loichinger für Playhouse)
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